Praxistaugliche Regelung für Mineralwolle-Entsorgung lässt weiter auf sich warten

Knauf Insulation Österreich , September 25, 2020

Der vorliegende Entwurf zur Novellierung der Deponieverordnung bringt neue zusätzliche Auflagen für die Entsorgung von Mineralwolleabfällen. Eine weitere Kostensteigerung bei gleichzeitigem Rückgang der thermischen Gebäudesanierung sind die Folgen.

Udo Klamminger, Geschäftsführer von Knauf Insulation Österreich, fordert in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Fachvereinigung Mineralwolleindustrie (FMI) daher eine praxistaugliche Übergangsregelung für das bis zum derzeit ab dem Jahr 2027 vorgesehene Deponierungsverbot – damit Mineralwolleabfälle wieder sachgerecht und sicher entsorgt werden können.

Kostenexplosion und Entsorgungsstau gefährden Klimaziele und Arbeitsplätze
Die in der FMI vertretenen Hersteller von Mineralwolle unterstützen das übergeordnete Ziel eines Deponieverbots und arbeiten intensiv an der Entwicklung entsprechender Recyclinglösungen. Die gegenwärtige Situation mit explodierenden Entsorgungskosten gefährdet allerdings sowohl Arbeitsplätze als auch Klimaziele und bremst ein Wiederanspringen der Baukonjunktur. „Seit 2017 bemühen wir uns um eine bessere Lösung. Die Entsorgungskosten sind seit 2016 von 65 Euro auf 1.500 Euro pro Tonne gestiegen. Außerdem ist ein Entsorgungsstau vorprogrammiert, weil die Novelle eine Vervielfachung der erforderlichen Deponieflächen erfordern würde“, erklärt Udo Klamminger.

Der vorliegende Begutachtungsentwurf zur Novelle der Deponieverordnung widerspricht zudem den national und international verfolgten Klimaschutzzielen, da er sinnvolle und notwendige Sanierungsprojekte erschwert. „Die Klimaziele erfordern eindeutig eine erhöhte Sanierungsrate“, macht Udo Klamminger deutlich. Während die Sanierung innerhalb der Wohnbauförderung 2009 noch eine Sanierungsrate von 1,8% erreichte, sind die geförderten Sanierungen seither kontinuierlich rückläufig und erreichten 2018 nur mehr eine Rate von 0,5%. Zur Erreichung einer vollständigen thermisch-energetischen Ertüchtigung des Wohnungsbestands bis 2040 müsste laut der Umweltbundesamt GmbH die Gesamtsanierungsrate kurzfristig auf 2,6% und ab 2025 auf 3,2% erhöht werden.

Udo Klamminger, Knauf Insulation